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Extreme Ausmasse
hat die Entwaldung in den letzten Jahren in Indonesien
angenommen. Über 70% des in Indonesien geschlagenen und verarbeiteten
Holzes stammen angeblich aus illegalem Holzeinschlag. Das ist
nicht nur ein Umweltverbrechen, sondern es entgehen dem Land durch
den Holzschmuggel auch immense Einnahmen.
Die USA und
Europa sind die Hauptabnehmer für das Tropenholz, dessen
Herkunft den Importeuren und den Händlern, aber leider auch
vielen Kunden völlig egal ist. So wird die Holzart Bangkirai
(Shorea laevis) in Deutschland wegen seiner extremen Widerstandsfähigkeit
z.B. für Gartenterrassen verarbeitet. Bangkirai wird von Baumärkten
für wenig Geld angeboten; der Kauf und die Verarbeitung des Holzes
ist immer noch legal.
Einheimische
Hölzer sind für die meisten Zwecke nicht schlechter
geeignet, als Tropenholz
Was ist
Tropenholz?
Unter Tropenholz
versteht man das Kernholz verschiedener Arten tropischer Laubbäume.
Was für
Tropenholzarten gibt es?
Natürlich
gibt es Hunderte von Arten, nicht alle werden wirtschaftlich genutzt.
Für die holzverarbeitende Industrie wertvolle und deshalb
bekannte Arten von Tropenholz sind z.B. Teak, Mahagoni, Meranti,
Bongossi, Palisander, Garapa, Eukalyptus, Bangkirai (Yellow Balau),
Massaranduba, Ipe, Kapur, Keruing und Balsaholz.
Viele Tropenholzarten
sind durch nationale Gesetze oder internationale Vereinbarungen
(Artenschutzabkommen) geschützt, werden aber trotzdem nach
wie vor gehandelt.
Was sind
die Vorteile von Tropenholz?
Als wichtige
Vorteile tropischer Hölzer gelten z.B. die teils extreme
Härte, die eine geringe Abnutzung bedeutet und die Widerstandsfähigkeit
gegenüber Wetter, Schädlingen, Pilzen und Chemikalien. Letztlich
hängen die Vorteile aber vom Verwendungszweck ab: Im Innenbereich
geht es meistens um die Optik und wie gut sich das Holz bearbeiten
lässt. Im Aussenbereich spielt die hohe Widerstandsfähigkeit
gegen Witterungseinflüsse eine grosse Rolle.
Lässt
sich Tropenholz durch andere Hölzer oder Materialien ersetzen?
Selbstverständlich.
In einer Welt, in der auch Möbel sehr stark der Mode unterworfen
sind, ist es natürlich ein unsinniges Argument, die Verwendung
von Tropenholz damit zu rechtfertigen, dass es "sogar den
Besitzer überleben und von seinen oder ihren Nachkommen weiter
benutzt" werden könne.
Es gibt in
Europa hervorragende Hölzer, die den tropischen Arten in
nichts nachstehen. Eiche wird seit Tausenden von Jahren verarbeitet
- Schnitzarbeiten aus Eiche überdauern Hunderte von Jahren.
Auch Lärche, Buche und Robinie liefern technisch wie optisch
sehr gutes Holz. Die Verwendung von Tropenholz verspricht den
Holzkonzernen aber höhere Profite, u.a. weil in den Ländern,
in denen es gewonnen wird, (teurer) Arbeits- und Umweltschutz
kaum eine Rolle spielen.
Würde
der Boykott von Tropenholz dem Umweltschutz nützen?
Ja. Letztlich
sind es in unserem Wirtschaftssystem die Käufer, die darüber
entscheiden, ob ein Produkt sich am Markt halten kann oder nicht.
Die gezielte Nachfrage nach einheimischen Hölzern würde
auch unserer einheimischen Holzwirtschaft nützen. Umgekehrt
könnte man bei sinkender Nachfrage nach Tropenholz in den
holzproduzierenden Tropenländern den Naturtourismus ankurbeln,
der noch wenig entwickelt ist und auch keine Chance zur Entwicklung
bekommt, da die ökologisch wertvollen Regenwälder in
einem irrsinnigen Tempo verschwinden.
Was ist
von zertifiziertem Tropenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft
zu halten?
Die Idee der
Zertifizierung von Tropenholz aus nachhaltigem Anbau hört
sich gut an und könnte wohl auch gut sein. Leider hat das
Verfahren in der Praxis versagt. Derzeit ist dem Verfasser kein
Zertifikat bekannt, das bei genauerer Betrachtung über die
Art der Gewinnung und die Herkunft dem Nachhaltigkeitsgedanken
entspricht.
Zum FSC-Gütesiegel
z.B. schreibt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Architektenkammer:"Die
mit dem Siegel und der Kontrolle des Holzhandels gemachten Erfahrungen
sind allerdings wenig überzeugend. Bei Stichprobenuntersuchungen
kamen tatsächlich viele mit dem Siegel versehene Baumstämme aus
Primärwäldern ohne Aufforstungsmaßnahmen."
Deshalb:
Hände weg vom Tropenholz!
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